Gemeindekonzeption

"Ein Schiff, das sich Gemeinde nennt, fährt durch das Meer der Zeit.
Das Ziel, das ihm die Richtung weist, heißt Gottes Ewigkeit.
Das Schiff, es fährt vom Sturm bedroht durch Angst, Not und Gefahr,
Verzweiflung, Hoffnung, Kampf und Sieg, so fährt es Jahr um Jahr.
Und immer wieder fragt man sich: Wird denn das Schiff bestehn?
Erreicht es wohl das große Ziel? Wird es nicht untergehn?
Bleibe bei uns, Herr! Bleibe bei uns, Herr, denn sonst sind wir
allein auf der Fahrt durch das Meer. O bleibe bei uns, Herr!

Im Schiff, das sich Gemeinde nennt, muss eine Mannschaft sein,
sonst ist man auf der weiten Fahrt verloren und allein.
Ein jeder stehe, wo er steht, und tue seine Pflicht;
wenn er sein Teil nicht treu erfüllt, gelingt das Ganze nicht.
Und was die Mannschaft auf dem Schiff ganz fest zusammen schweißt
in Glaube, Hoffnung, Zuversicht, ist Gottes guter Geist.
Bleibe bei uns, Herr! Bleibe bei uns, Herr, denn sonst sind wir
allein auf der Fahrt durch das Meer. O bleibe bei uns, Herr!

Ein Schiff, das sich Gemeinde nennt, fährt durch das Meer der Zeit.
Das Ziel, das ihm die Richtung weist, heißt Gottes Ewigkeit.
Und wenn uns Einsamkeit bedroht, wenn Angst uns überfällt:
Viel Freunde sind mit unterwegs auf gleichen Kurs gestellt.
Das gibt uns wieder neuen Mut, wir sind nicht mehr allein.
So läuft das Schiff nach langer Fahrt in Gottes Hafen ein.
Bleibe bei uns, Herr! Bleibe bei uns, Herr, denn sonst sind wir
allein auf der Fahrt durch das Meer. O bleibe bei uns, Herr!"


(Martin Gotthard Schneider, 1963)


Im Schiff der Evangelischen Kirchengemeinde Neumühl fahren heute ca. 3500 Gemeindeglieder. Und viele rudern kräftig mit: von der Pfarrerin bis zum Helfer in der Jugendarbeit, vom Austräger des Gemeindebriefes bis zur Erzieherin im Kindergarten, immer im Bemühen, das Schiff auf dem Richtigen Kurs zu halten:

Dieser Kurs wurde 2009 neu und ganz konkret bestimmt, genaueres lesen sie hier in unserer Gemeindekonzeption:



Vorwort

Die Evangelische Kirchengemeinde Neumühl blickt auf eine über 100 Jahre alte Geschichte zurück. Evangelisches Gemeindeleben entwickelte sich an diesem Ort zum Ende des 19. Jahrhunderts durch den massenhaften Zustrom von Menschen. 1896 wurde die Steinkohleförderung in Schacht I aufgenommen und die Zeche konnte vielen Menschen Arbeit geben. 1907 wurde für die Kirchengemeinde Hamborn ein 2. Pfarrbezirk für den Bereich Schmidthorst-Neumühl genehmigt. Mit Unterstützung der Zeche konnte die Evangelische Kirche am Hohenzollernplatz gebaut und 1911 in Dienst genommen werden.

Seitdem hat die Gemeinde Höhen und Tiefen der Geschichte mit durchlebt: Wirtschaftskrisen und Weltkriege, Revolution und Nationalsozialismus, Zechenschließung und die Umwandlung der beschaulichen Zechenhaussiedlungen in das größte Flächensanierungsgebiet Europas. Auf den Wandel der Zeiten hat die Gemeinde sich immer wieder eingestellt: In den 40er Jahren der Ankauf des Wichernheimes und in den 90er Jahren der Beschluss zu seinem Verkauf, die Entstehung einer eigenständigen Gemeinde "Neumühl" 1958, der Bau eines Kindergartens und der Umbau der Gnadenkirche zu einem multifunktionalen Gemeindezentrum, in dem heute an jedem Sonntag nach der "klassischen" Gemeinde auch russlanddeutsche und afrikanische Gemeindeglieder ihre Gottesdienste feiern. Dies deutet beispielhaft an, dass die Gemeinde stets auf neue Herausforderungen reagiert hat.

Ziele und eine Konzeption zur Umsetzung der Ziele werden den Entscheidungen der Verantwortlichen schon immer zugrunde gelegen haben. Heute sind jedoch alle Gemeinden der Landeskirche aufgefordert, ihre Ziele und die Konzeption auch schriftlich niederzulegen, sie mit der Gemeinde zu beraten und regelmäßig fortzuschreiben.

So hat das Presbyterium eine Projektgruppe berufen, die einen Vorschlag für ein Leitbild und eine Gemeindekonzeption erarbeitet hat. Dieser Projektgruppe gehörten an: Frau Bärbel Hospital, Frau Lena Janzen, Herr Jürgen Pellny, die Presbyterinnen Marlies Dudziak, Monika van Drünen und der Presbyter Hansjörg Weitauer sowie die Pfarrerin Anke Claßen und der Pfarrer Dietmar Reumann-Claßen. Die Gruppe wurde geleitet von Herrn Gerrit Heetderks, dem Geschäftsführer des Evangelischen Erwachsenenbildungswerkes Nordrhein. Der Vorschlag der Projektgruppe wurde mit den Mitarbeitenden und auf einer Gemeindeversammlung beraten. Den gesamten Prozess zur Gemeindekonzeption haben wir innerhalb eines Jahres durchgeführt.

Mit ihrem Leitbild und dieser Konzeption legt die Evangelische Kirchengemeinde Neumühl nun offen, wie sie sich versteht und was ihr wichtig ist. Und sie legt Rechenschaft über die Ziele ab, die sie in den nächsten Jahren erreichen möchte. Diese Ziele drücken aus, was wir nach einem intensiven Beratungsprozess für wichtig erachten, um in unserer heutigen Zeit in der Nachfolge Jesu zu leben und Menschen für sie zu gewinnen.

Damit sie dieses Ziel erreicht, braucht unsere Gemeindekonzeption die Zustimmung möglichst vieler Menschen in der Gemeinde, insbesondere auch der Mitarbeitenden. Sie soll Orientierungshilfe für Gemeindeglieder und Mitarbeitende sein. Sie soll die gemeinsame Entscheidungsbildung zu vielen konkreten Fragen der Gemeindearbeit fördern und hält fest, wofür die Evangelische Kirchengemeinde in Neumühl heute einsteht.

Duisburg-Neumühl im Juni 2009

Das Presbyterium


I. Leitbild

Wir sind eine evangelische Gemeinde. In der Bindung an die biblische Tradition bekennen wir uns zu Gott, wie er sich in Jesus Christus den Menschen gezeigt hat. In Anlehnung an die reformatorische Tradition laden wir alle Menschen ein, mit uns über Glauben ins Gespräch zu kommen und das Leben in der Gemeinde aktiv mitzugestalten.

Wir sind eine einladende Gemeinde. Wir laden Gemeindeglieder und Menschen, die nicht zur Gemeinde gehören, insbesondere auch die Bewohner unseres Stadtteiles, in unsere Räumlichkeiten ein, in denen offene Angebote und Gruppenangebote stattfinden. Hier treffen Besucher auf Mitarbeitende, die ihnen freundlich entgegen kommen, ansprechbar sind und ihnen gerne weiterhelfen.

Wir sind eine das Leben begleitende Gemeinde. Das Leben besteht aus fröhlichen und traurigen Ereignissen. Als Menschen machen wir Fehler und machen uns auch schuldig. Wir begleiten Menschen in ihrem Alltag. In Zeiten der Freude, der Resignation und der Trauer und unterstützen wir sie dabei, an diesen Knotenpunkten einen angemessenen Weg für ihr Leben zu finden.

Wir sind eine glaubwürdige Gemeinde. Wir vertreten und vermitteln christliche Werte, die die Gemeinschaft aller stärken. Wir wollen unseren Glauben bekennen und in Wort und Tat leben. Unsere Gottesdienste und Veranstaltungen zeichnen sich durch Qualität und die Zuverlässigkeit unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus.

Wir sind eine fröhliche Gemeinde. Die Feier des Lebens hat in unseren Gottesdiensten und im Alltag unserer Gemeinde Raum. Aus unserer Freude am christlichen Glauben heraus, geben wir eine positive Einstellung zum Leben weiter.

Wir sind eine solidarische Gemeinde. Wir setzen uns für eine gerechte Welt ein, in der Frieden herrscht, die Menschenrechte eingehalten, die Schwachen besonders geschützt werden und die Schöpfung bewahrt wird. Zusammen mit den anderen Duisburger Gemeinden liegt uns in unserer Stadt das friedliche Zusammenleben aller Menschen - gleich welcher Herkunft - besonders am Herzen.

Wir sind eine Gemeinde in Gemeinschaft. Als Kirchengemeinde bilden wir eine Gemeinschaft mit dem Kirchenkreis Duisburg und gehören zur Evangelischen Kirche im Rheinland.


II. Gemeindekonzeption

1. Gottesdienst und Verkündigung

Die Feier des Gottesdienstes ist die Mitte, aus der heraus die Gemeinde lebt. In den Gottesdiensten wird der lebendige Gott verkündigt und die Gemeinde vergewissert sich, dass sie der Leib Christi auf Erden ist. Die Feier des Gottesdienstes hat deshalb eine unverzichtbare und hohe Bedeutung für alle anderen Aktivitäten der Gemeinde. Vom Gottesdienst her gewinnen alle anderen Aktivitäten ihr Ziel und ihren Inhalt. Als haupt- und ehrenamtlich Mitarbeitende lassen wir uns dort immer wieder neu zu unserem Dienst beauftragen. Hier schöpfen wir Kraft für unser Christsein im Alltag und erleben Gemeinschaft mit den anderen Mitarbeitenden. Die Gemeinschaft wird auch durch das Kaffeetrinken, zu dem wir im Anschluss an die Gottesdienste einladen, gefördert.

Zu unseren Gottesdiensten sind alle Menschen eingeladen, die mit uns das Evangelium hören wollen. Neugierige und Suchende heißen wir in unserer Mitte besonders willkommen.

Wir feiern auch Gottesdienste für bestimmte Zielgruppen wie Kinder, Schulklassen, Jugendliche, Senioren und wir entwickeln sowohl bestehende Gottesdienstformen weiter, wie wir auch neue konzipieren, um Menschen mit Gott in Verbindung zu bringen und sie zum Glauben einzuladen.

Die Lage der Kirche am Markt nutzen wir, um mit den Marktandachten eine Form der Verkündigung mitten im Alltag des Stadtteils anzubieten. Dieses ökumenische Angebot werden wir zusammen mit der katholischen Gemeinde weiterführen.


2. Kirchenmusik

Kirchenmusik und Gesang sind wichtige Bestandteile des Gottesdienstes. Sie ermöglichen einen eigenen Zugang zum Glauben. Deshalb liegt uns an einer guten musikalischen Begleitung unserer Gottesdienste.

Wir werden es finanziell nicht ermöglichen können, eine hauptamtliche Person mit der kirchenmusikalische Arbeit zu beauftragen, da die Gemeinde in ihrem Rahmen andere Prioritäten gesetzt hat. Qualifizierte kirchenmusikalische Angebote gibt es zudem in der Nachbargemeinde Hamborn mit einer A-Musikerin, auf die wir interessierte Gemeindeglieder verweisen.

Dennoch streben wir die Gründung einer kirchenmusikalischen Gruppe - eine Band oder einen Chor - an. Das Presbyterium wird bis zum Herbst 2009 eine Person benennnen, die es sich zur Aufgabe macht, innerhalb eines Jahres einen Menschen zu suchen, der sich hierfür ehrenamtlich engagiert.


3. Mitarbeitende

Die Arbeit der Gemeinde wird durch haupt-, neben- und ehrenamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter getragen. Alle diese Mitarbeitenden repräsentieren in besonderer Weise die Gemeinde und tragen somit eine herausgehobene Verantwortung für das Erscheinungsbild der Gemeinde nach außen und für das Klima nach innen. Vorrangig die Mitarbeitenden sind es, die das Leitbild der Gemeinde mit Leben füllen.

Damit die Mitarbeitenden diese Aufgabe ausfüllen können, werden sie von dem Presbyterium und den Pfarrer/innen unterstützt, gefördert und in regelmäßige Gespräche eingebunden.

Die an Kirche und Altem Pfarrhaus tätigen hauptamtlichen Mitarbeiter/innen einerseits wie auch die Erzieherinnen des Kindergartens andererseits kommen wöchentlich zu einer Dienstbesprechung zusammen, die dem Informations- und Erfahrungsaustausch, Absprachen und der Planung von Veranstaltungen dient. Der/die zuständige Dienstvorgesetzte führt mit allen haupt- oder nebenamtlich Beschäftigten einmal im Jahr ein Personalgespräch, um die Zufriedenheit und Qualität des Dienstes zu fördern und Ziele für das kommende Jahr zu vereinbaren. In diesem Gespräch wird auch der Fortbildungsbedarf erhoben und es werden ggfs. Fortbildungen vereinbart. Die Vereinbarungen dieses Gespräches werden schriftlich festgehalten.

Unter den ehrenamtlich Mitarbeitenden haben die Gruppenleiter/innen eine besondere Stellung. Sie repräsentieren ihre Gruppe und vertreten die Interessen der Gruppe gegenüber der Gemeinde. Umgekehrt erwartet das Presbyterium, dass die Gruppenleitungen sich für die Einbindung ihrer Gruppe in das Ganze der Gemeinde mitverantwortlich fühlen und sich mit ihrer Gruppe in die Aktivitäten der Gesamtgemeinde einbringen. Auch wird von ihnen erwartet, dass sie Informationen über Aktivitäten, zu der die Gemeindeleitung einlädt, an ihre Gruppe weitergeben und sich als Mitarbeitende der Gemeinde verstehen, die das Leitbild nach innen wie nach außen leben.

Damit die Gruppenleitungen ihre Aufgabe ausüben können, werden sie vom Presbyterium und dem Pfarrer/der Pfarrerin in ihrer Arbeit begleitet und unterstützt. Es gibt einen Ansprechpartner/eine Ansprechpartnerin und ihnen werden Fortbildungsmöglichkeiten angeboten. Sie werden mit den notwendigen Informationen versorgt und an den Planungen der Gemeindearbeit beteiligt. Dazu soll ab dem 2. Halbjahr 2009 für zunächst 2x im Jahr zu einer großen Mitarbeiterbesprechung eingeladen werden, an der Presbyter/innen, haupt- und nebenamtliche Mitarbeiter/innen und die Leitungen der Gruppen teilnehmen.


4. Öffentlichkeitsarbeit

Öffentlichkeitsarbeit ist der Gemeinde ein wichtiges Anliegen, weil wir Menschen in unserem Stadtteil auf die Aktivitäten in unserer Gemeinde aufmerksam machen und sie zu dem uns verbindenden Glauben einladen wollen.

Unser derzeit vorrangiges Kommunikationsorgan ist der Gemeindebrief "Neumühler Denkzettel". Er erscheint alle drei Monate und informiert alle Gemeindeglieder über wichtige Ereignisse und Veranstaltungen in der Gemeinde und im Kirchenkreis. Er wird durch ehrenamtliche Austräger/innen kostenlos an alle evangelischen Haushalte verteilt. Wir sehen die ehrenamtlichen Austräger/innen als „Botschafter/innen“ unserer Gemeinde an. Aus diesem Grund hält das Presbyterium Kontakt zu ihnen und weist sie darauf hin, dass sie bei Bedarf einen Kontakt zwischen Gemeindegliedern ihres Bezirkes und den Pfarrern herstellen können. Gerne nehmen wir Anzeigen von örtlichen Firmen in den Gemeindebrief auf, um die Druckkosten zu reduzieren.

Um auch in Zukunft ein zeitgemäßes Erscheinungsbild für den Gemeindebrief zu gewährleisten, wird bis zum Herbst 2009 eine neue Software eingesetzt werden. Für die Erstellung des Layoutes werden wir bis zum Januar 2010 eine ehrenamtliche Person suchen.

Ein weiteres wirksames Medium der Öffentlichkeitsarbeit sind die Schaukästen. In ihnen wird mittels Plakaten auf die Gottesdienste und weitere kirchliche Veranstaltungen hingewiesen. Auch finden die Passanten Hinweise zur Kontaktaufnahme zur Gemeinde.

Ehrenamtliche Mitarbeiter/innen werden umgehend vom Presbyterium gesucht , die sich eine attraktivere Gestaltung der Schaukästen zur Aufgabe machen.

Die Gemeinde verfügt über eine Internetpräsenz, auf der Informationen über die Gemeinde und Hinweise auf aktuelle Veranstaltungen gezeigt werden. Die Erfahrung zeigt, dass immer mehr Gemeindeglieder das Internet zur Informationsbeschaffung und Kommunikation nutzen. Wir werden den Internetauftritt weiterhin so organisieren, dass er unserem Anliegen angemessen, aktuell und attraktiv ist.


5. Kindergartenarbeit

Der Kindergarten bildet einen Arbeitsschwerpunkt unserer Gemeinde. Er ist zweigruppig und bietet zur Zeit 45 Kindern im Alter von 2-6 Jahren Platz. In ihm werden die Kinder umfassend gefördert und die Eltern in Erziehungs- und Familienfragen begleitet. Die Mitarbeitenden leben ihr Christsein, sind Vorbild, nehmen religiöse Fragen auf und feiern kirchliche Feste im Kindergarten genauso wie in der Kirche und mit der Gesamtgemeinde. Einmal im Monat findet ein von der Pfarrerin und den Erzieherinnen gemeinsam vorbereiteter Kindergartengottesdienst statt. U.a. werden der Gottesdienst am Heiligabend um 15.00 Uhr und der Taufgottesdienst am Ostermontag gemeinsam vorbereitet. Die zuständige Pfarrerin unterstützt die Erzieherinnen in ihrer Arbeit. Sie nimmt an den Dienstbesprechungen teil.

Insgesamt ist die Kindergartenarbeit Teil des Gemeindeaufbaus. Hier entstehen intensive Kontakte zu jungen Familien, werden Menschen ermuntert, ihren Glauben zu leben und sich in der Gemeinde zu engagieren.

(Zu Näherem s. das Konzept der Einrichtung)


6. Kinder- und Jugendarbeit

Unsere Kinder- und Jugendarbeit begleitet Kinder und Jugendliche, bietet ihnen Möglichkeiten, sich zu entfalten, setzt eigene Impulse in der Vermittlung biblischer Tradition und sucht mit den Kindern und Jugendlichen das Gespräch über das Christsein im Alltag.

Eine hauptamtliche Kraft ist für die Arbeit verantwortlich. Unter räumlich beengten Verhältnissen findet vor allem Gruppenarbeit statt, die von einem ehrenamtlichen Team unterstützt wird. Jugendliche und junge Erwachsene, die als Teamer mitarbeiten wollen, werden geschult und zur Übernahme von Verantwortung angeleitet.
Die Jugendarbeit steht in enger Verbindung mit der Konfirmandenarbeit. Die Verzahnung kann durch einen offenen Treff für Konfirmanden, die Teilnahme an KU-Wochenenden bis hin zur Mitarbeit im Konfirmandenunterricht erfolgen.

Mit der Einstellung einer neuen hauptamtlichen Kraft wird eine eigene Konzeption für die Jugendarbeit erarbeitet, die dem Presbyterium anschließend zur Beschlussfassung vorgelegt wird.


7. Zusammenarbeit mit den Schulen

Die Zusammenarbeit mit den Schulen im Gemeindebereich ist der Gemeinde ein besonderes Anliegen, weil in reformatorischer Tradition Bildung und Glaube zusammen gehören. Zu den Religionslehrerinnen der drei Gemeinschaftsgrundschulen und der Schule für Mehrfachbehinderungen besteht durch thematische Absprachen und gemeinsamer Vorbereitung von Schulgottesdiensten intensiver Kontakt. Eher durch einzelne Schüler und Schülerinnen - und daher ausbaufähig - sind die Kontakte zur Gesamtschule.


8. Konfirmandenarbeit

Kinder und Jugendliche laden wir zum Konfirmandenunterricht ein. Im Konfirmandenunterricht bieten wir ihnen an, sie über den Zeitraum von ca. 1 ½ Jahren zu begleiten, sie mit Grundlagen des christlichen Glaubens vertraut zu machen und mit ihnen nach der Relevanz des Glaubens für ihre Lebensfragen zu suchen. Dabei bemühen wir uns, ihnen die Inhalte des Glaubens zeit- und altersgemäß zu vermitteln. Wichtig ist uns dabei, dass sie die Gemeinde und insbesondere den Gottesdienst der Gemeinde kennen lernen. Wenn sie sich im Laufe der Unterrichtszeit entscheiden, sich (weiter) als Christinnen und Christen zu verstehen und sie die Regeln des Unterrichts eingehalten haben, dann werden sie in einem feierlichen Gottesdienst konfirmiert.
Die Gemeinde bietet den Kindern und Jugendlichen wahlweise zwei unterschiedliche Modelle für den Konfirmandenunterricht an: Zum einen den traditionellen Unterricht im Alter von 12-14 Jahren. Dazu werden die betreffenden Kinder jährlich im Gemeindebrief und in einem persönlichen Anschreiben eingeladen. Zum anderen werden auch Kinder zum Unterricht eingeladen, die in die 4. Klasse kommen. Diese Einladung wird über den Gemeindebrief und den Religionsunterricht in den Gemeinschaftsgrundschulen veröffentlicht.

Auf Grund der bisherigen Erfahrungen sollen diese beiden Angebote aufrecht erhalten werden.


9. Erwachsenenarbeit

Durch eine Vielzahl von Gruppen bietet die Gemeinde Erwachsenen einen Ort der Kommunikation und Gemeinschaft. Bei einigen Gruppen gehören thematische Angebote zum regelmäßigen Programm. Diese werden z.T. in Zusammenarbeit mit dem Familienbildungswerk des Kirchenkreises durchgeführt.

Zur Auseinandersetzung mit der Bibel trifft sich wöchentlich der Bibelgesprächskreis und einmal im Jahr lädt die Gemeinde zur Bibelwoche ein.

Das Presbyterium möchte besonders Angebote fördern, die sich an Menschen der mittleren Generation wenden. Dies müsste jedoch in eine systematische Konzeption eingebunden werden.

Im 1. Halbjahr 2011 soll eine solche Konzeption erstellt und nach Beschlussfassung im Presbyterium soll dann ab dem 2. Halbjahr 2011 diese Konzeption umgesetzt werden.
Über die Angebote der eigenen Gemeinde hinaus verweisen wir auf die Angebote des Evangelischen Familienbildungswerkes.


10. Besuchsdienst

Um Menschen kennenzulernen und einzuladen, gehen wir auf Menschen zu und besuchen sie. Als erste Kontaktaufnahme haben es die Presbyterinnen und Presbyter übernommen, den neuzugezogenen Gemeindegliedern einen Gemeindebrief zu überreichen.

Seniorinnen und Senioren werden ab 70 Jahren alle fünf Jahre zu ihrem Geburtstag besucht. Um eine Kontaktaufnahme untereinander zu ermöglichen, werden alle Senioren zu einem der sechs Geburtstagskaffees eingeladen.
Krankenbesuche werden von den Krankenhausseelsorgern und auf Hinweis von den Gemeindepfarrer/inne/n ausgeübt.

Um Kontakte zu den Bewohnerinnen und Bewohnern des St. Barbara-Altenheimes zu pflegen, werden diese monatlich besucht.

Das Presbyterium hält den Aufbau eines ehrenamtlichen Besuchsdienstkreises für wünschenswert. Es wird sich im Jahre 2010 über mögliche Konzepte informieren und ein Konzept zum Aufbau eines ehrenamtlichen Besuchsdienstkreises beschließen.


11. Diakonie

Die diakonische Arbeit ist im Kirchenkreis Duisburg in erster Linie übergemeindlich organisiert. Auf Ebene des Kirchenkreises arbeiten das Diakonische Werk, das Diakoniewerk, die Beratungsstelle, die Telefonseelsorge, die Sozialstationen und weitere Dienste. Alle Mitarbeitenden verfügen über die aktuelle Ausgabe des "direkten Drahtes" und der Broschüre "Rat und Hilfe im Duisburger Norden", um Hinweise auf übergemeindliche Hilfsangebote geben zu können, wenn sie angesprochen werden.

In der Gemeinde wird einmal wöchentlich ein Frühstück für Bedürftige angeboten, das "Arbeitslosenfrühstück". Dieses wird mit Zuschüssen aus dem landeskirchlichen Arbeitslosenfonds und Spenden finanziert und von ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen durchgeführt. Dieses Angebot soll auch in Zukunft gesichert werden.


12. Migrationsarbeit

Unsere Kirchengemeinde besteht zu einem auffallend hohen Anteil aus russlanddeutschen Gemeindegliedern. Ältere Russlanddeutsche haben bei uns ein Stück Heimat gefunden und bilden einen Großteil unserer Gottesdienstgemeinde. Eigenständig organisiert und speziell für Russlanddeutsche findet ein Bibelkreis sowie eine sonntägliche Versammlung statt.

Ein Teil der Gemeindeglieder mit russlanddeutscher Geschichte ist mittlerweile gut integriert. Ein anderer Teil, insbesondere in der Altergsgruppe derjenigen, die als Jugendliche mit ihren Eltern nach Deutschland ausgewandert sind, sehen sich dagegen als "Verlierer", die ihre Heimat und damit auch einen Teil ihrer Identität verloren haben. Auch aufgrund ihrer anhaltenden Sprachprobleme bewegen sie sich vorzugsweise unter Ihresgleichen. Das kann uns nicht unberührt lassen.
Aus diesem Grund wird sich die Gemeinde um diese relativ große Gruppe von Gemeindegliedern besonders bemühen. Eine/ein vom Presbyterium Beautragte/r wird Kontakt zu Fachkräften der Diakonie aufnehmen und sich über Möglichkeiten der Integration informieren. Das Presbyterium wird sich im 1. Halbjahr 2010 darüber informieren lassen.


13. Ökumene

Durch unseren Glauben sind wir mit den Christinnen und Christen auf der ganzen Erde verbunden und aufgerufen, uns für Gerechtigkeit, Frieden und die Bewahrung der Schöpfung einzusetzen. Wir unterstützen mit den Kollekten einzelne Projekte und treten für fair gehandelte Produkte ein. Bei Gemeindeveranstaltungen trinken wir Transfair-Kaffee.

Der afrikanischen Gemeinde „christian family“ stellen wir gegen eine Nutzungsgebühr unsere Räumlichkeiten für ihre Gottesdienste und Gebetsstunden zur Verfügung. Durch ihre Präsenz besteht die Gelegenheit, Kontakt zu Glaubensgeschwistern anderer Erdteile zu halten, sich mit ihrer Theologie und Spiritualität auseinanderzusetzen und in den Dialog zu treten. Dieser Dialog ist in den vergangenen Jahren in den Hintergrund getreten. Vom Presbyterium Beauftragte werden bis zum Herbst 2010 ein Gespräch mit der Gemeindeleitung mit dem Ziel führen, einen Prozess des gegenseitigen Kennenlernens wieder aufzunehmen.

Wir wollen uns mit der Trennung der Kirchen nicht zufrieden geben, weil wir alle Christinnen und Christen an einem Leib Christi sind. Das gemeinsame Hören auf Gottes Wort und gemeinsames Handeln sind uns deshalb ein wichtiges Anliegen. Darum liegt uns an gemeinsam verantworteten Veranstaltungen mit der katholischen Gemeinde vor Ort wie den Schulgottesdiensten, den Marktandachten und dem Weltgebetstag der Frauen. Das Presbyterium wird sich deshalb für eine Grundvereinbarung einsetzen, dass die Verantwortlichen der Gemeinden einmal jährlich ein Gespräch über gemeinsame Aktivitäten führen.


14. Gemeinde im Stadtteil

Zu unserem Selbstverständnis gehört, dass wir die Gemeinde als Teil des Stadtteils Neumühl verstehen und zusammen mit den anderen Institutionen daran mitwirken, die Lebensqualität und das Miteinander im Stadtteil zu fördern. So nehmen wir am "Arbeitskreis Neumühl" teil und halten den Kontakt zur "Aktionsgemeinschaft der Neumühler Kaufleute". Wir arbeiten mit anderen Institutionen zusammen und wirken bei gemeinsamen Aktionen im Stadtteil mit.


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