Aus dem Presbyterium

Alle Gemeinden im Kirchenkreis Duisburg verfassen zur Kreissynode im Herbst einen sogenannten Jahresbericht, in dem die Entwicklung der Gemeinde im abgelaufenen Jahr dargestellt wird. Im Folgenden der Bericht unserer Gemeinde, der eine subjektive Auswahl der Veranstaltungen und Ereignisse im Gemeindeleben widerspiegelt, er erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit!

Jahresbericht der Gemeinde Neumühl 2017

Personen
Im Bereich der Mitarbeitenden in der Gemeinde gab es im vergangenen Jahr keine wesentlichen Veränderungen. Die Organistin Frau Anneliese Rahmann hat ihren Dienst weitergeführt und wird auf Beschluss des Presbyteriums nun bis zum 31. Dezember 2018 für die musikalische Gestaltung der Gottesdienste zuständig sein. Die zukünftige Gestaltung der kirchenmusikalischen Arbeit in der Gemeinde über diesen Termin hinaus wird in Absprache und Zusammenarbeit mit den anderen Gemeinden der Region erfolgen. Michael Hüter wurde in einem Wahlgottesdienst am 6. Oktober 2016 zum Pfarrer der zweiten Hälfte der 2. Pfarrstelle der Gemeinde Neumühl gewählt und am 4. Dezember durch den Superintendenten in sein Amt im eingeschränkten Dienstumfang eingeführt. Gemeinsam mit Pfarrerin Anja Buchmüller-Brand teilt er sich die 2. Pfarrstelle. Die 1. Pfarrstelle der Gemeinde wurde nach Antrag von der Landeskirche aufgehoben.

500 Jahre Reformation
Ein Thema, das in diesem Jahr nicht nur deutschland-, rheinland- und kirchenkreisweit erinnert und gefeiert wurde, auch die Gemeinde Neumühl hat sich Gedanken über die Gestaltung des Reformations-Jubiläums gemacht. Konkret vor Ort, mit den Gottesdiensten „am anderen Ort“: mitten im Stadtteil an Orten, an und in denen Kirche sonst eher nicht so präsent ist, im Kaufhaus der Diakonie, auf dem Marktplatz, auf dem Fußballplatz vom SC Hertha Hamborn, im Kleingartenverein „Blüh auf Bergbau“. Statt in der Gnadenkirche wurden die Gottesdienste (incl. späterem Beginn um 11.00 Uhr und anschließendem Mittagessen) unter anderem mit Menschen gefeiert, die keine regelmäßigen Kirchgänger sind. Getreu der Aufforderung Luthers, dem Volk auf’s Maul zu schauen, wurden dem Anlass angepasste liturgische Formen ausprobiert und auch die Predigtthemen ausgesucht. Die rege Beteiligung lässt die Gemeinde schon weitere Gottesdienste „am anderen Ort“ über das Jubliäumsjahr hinaus planen. Der Trend zu „Events“ zeigt sich im Gemeindeleben auch in vielen anderen Bereichen, wie z.B. Sommerfest, Ferienkirche unterwegs u.a.
Sehr beeindruckend war auch der ökumenische Gottesdienst im Landschaftspark an Pfingstmontag, der das Thema 500 Jahre Reformation unter dem Titel „Wir sind so frei“ aufnahm. Er verzeichnete, wohl auch wegen des idealen Wetters, deutlich mehr Teilnehmende als in den vergangenen Jahren und hat Lust gemacht, dieses Format weiterzuführen. Beim Religionstag für die ev. Grundschülerinnen und Grundschüler der GGS Gartenstr. in der Gnadenkirche war das Reformationsjubiläum ebenfalls Thema. In Zusammenarbeit der Religionslehrerinnen, dem Jugendleiter, ehrenamtlichen Helferinnen und dem Pfarrer konnten die Kinder in Schreibwerkstatt (mit echtem Federkiel, Büttenpapier und Tinte), einem Backshop (Lutherbrötchen), einer Bastelstube für Lesezeichen in Form einer Lutherrose sowie einer Rätselstube dem Thema Reformation spielerisch und mit allen Sinnen nahe kommen. Die Zeit verging wie im Flug. Auch hier ist eine Fortführung des in 2016 eingeführten Formats angedacht.

Regionalisierung
Die sechs Gemeinden der Region Nord haben sich eine Arbeitsgrundlage für ihre Zusammenarbeit gegeben, die unter der Moderation von Jörg Hoffmann entwickelt wurde und der Sommersynode 2017 vorgelegt wurde. Herrn Hoffmann sei an dieser Stelle ausdrücklich und herzlich für seine Begleitung in den vergangen Jahren gedankt! Als neuen Moderator konnte die Region Herrn Ulrich Schmitz gewinnen. Allen beteiligten Gemeinden, also auch der Gemeinde Neumühl ist klar, dass es nun gilt, den hehren Worten der Arbeitsgrundlage konkrete Schritte folgen zu lassen. Um das Ziel 2030, von dem her wir denken, besser in den Blick zu bekommen und damit auch die Zwischenziele, auf die wir hinarbeiten, werden wir unter Leitung einer Beraterin am Wochenende vor der Synode eine Zukunftswerkstatt durchführen. Die Notwendigkeit und die Möglichkeiten der Zusammenarbeit in der Region sind dem Leitungsorgan der Gemeinde bewusst, nun gilt es, die Gemeinde auf den Weg der Regionalisierung mitzunehmen.

Situation im Quartier / Flüchtlingsarbeit
Die Erstaufnahmeeinrichtung des Landes NRW für Flüchtlinge und Asylsuchende im ehemaligen St. Barbara Krankenhaus sowie die städtische Notunterkunft in und an der Turnhalle Usedomstr. wurden im letzten Jahr leergezogen und sollen, falls es nicht zu einem Ansteigen der Flüchtlingszahlen kommt, auch keine diesbezügliche Verwendung mehr finden. Auf dem Gelände des ehemaligen St. Barbara Hospitals wird ein neues Wohnquartier entstehen, das neue Barbara-Altenheim ist bereits im Bau, die weitere Bebauung ist in den nächsten beiden Jahren vorgesehen. Der Initiativkreis Neumühler Erklärung trifft sich weiterhin, die hohe Anzahl an Stimmen für die AfD bei der Kommunal- und Bundestagswahl macht deutlich, dass das Engagement für ein gutes Miteinander aller Menschen im Stadtteil weiterhin notwendig und geboten ist. Aus dem Projekt „Kitchen on the run“ (s. Bericht im letzten Jahr) entwickelten sich die Kochprojekte „Über den Tellerrand“, die monatlich stattfinden und bereits jetzt fürs ganze Jahr ausgebucht sind. Geflüchtete Menschen und hier Beheimatete treffen sich beim gemeinsamen Kochen und Essen, erleben Gemeinschaft und lernen sich kennen. Es ist gelungen, die Finanzierung der Kochevents durch Zuschüsse sicherzustellen, u.a. vom Kommunalen Integrationszentrum der Stadt und Projektmitteln der Stiftung „Glückauf-Jugend“. Im Rahmen des „Newcomer-Netzwerks“ verschiedener Jugendeinrichtungen des Stadtteils wird auch in unserer Gemeinde Kinder- und Jugendarbeit mit und für geflüchtete Kinder und Jugendliche angeboten. Damit sind wir auch schon bei der

Kinder- und Jugendarbeit
Zum zweiten Mal fand in diesem Jahr die Kinderfreizeit in Zusammenarbeit mit der Gemeinde Hochfeld statt, die wiederum ausgebucht war. Gleiches lässt sich für die Kinderferientage sagen, bei denen jeweils gemeinsame Ausflüge mit verschiedenen anderen Gemeinden des Kirchenkreises ein großartiges Gemeinschaftsgefühl entstehen ließen. In der Kinder- und Jugendarbeit gibt es einen großen Pool an Mitarbeitenden.

Last, but not least
ist auch in diesem Jahr den vielen ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern zu danken, die die Angebote der Gemeinde erst ermöglichen und gelungen vonstatten gehen lassen. Dank gilt den Presbyterinnen und Presbytern, die, gerade in einer kleinen Gemeinde, vielfältige Aufgaben wahrnehmen und sehr viel ihrer Freizeit in die Gemeinde investieren. Wir danken allen „externen“ Kolleginnen und Kollegen, die einmal im Monat den Gottesdienst in der Gnadenkirche gestalten und so für eine Bereicherung des Gottesdienstlebens der Gemeinde sorgen. Die Gemeinde entwickelt sich weiter, vielleicht nicht mit Riesenschritten, aber ich bin sehr zuversichtlich, dass Kirche in der Region und somit auch in Neumühl weiterhin sichtbar und erlebbar bleiben wird und für das Miteinander im Duisburger Norden wichtige Impulse setzen kann. Veränderung / Reformation findet täglich statt, hoffentlich zum Nutzen der Menschen in unseren Stadtteilen.

Michael Hüter